Was passiert, wenn dein Herz längst Ja sagt – dein Verstand aber noch diskutiert?
Kennst du diese Momente, in denen du eigentlich ziemlich genau spürst, was du möchtest, und dein Verstand innerhalb von ungefähr drei Sekunden eine komplette Liste mit Gründen produziert, warum genau das gerade keine gute Idee sein kann? Zu teuer, zu riskant, zu gross, noch nicht der richtige Zeitpunkt, vielleicht solltest du zuerst noch dieses oder jenes erledigen. Und während dein Herz längst leise „Ja“ sagt, veranstaltet dein Kopf eine kleine Krisensitzung. 😜
Genau darüber habe ich in meiner neuen Podcastfolge mit Lena gesprochen. Ihre Geschichte gefällt mir besonders gut, weil sie eben nicht mit einem grossen, mutigen „Ich wusste sofort, dass das mein Weg ist“ begonnen hat. Ganz im Gegenteil. Lena war erstmal ziemlich getriggert – von mir, von der Idee eines Mentorings und vor allem auch vom Preis.
Unsere gemeinsame Geschichte begann eigentlich ganz unspektakulär. Lena hörte eine Podcastfolge von mir und schrieb mir spontan eine WhatsApp-Nachricht. Irgendwann meldete sie sich für ein Seelengespräch, weil sie sich für ein Gruppenmentoring interessierte. Schon dieses Angebot fühlte sich für sie gross an und löste einiges aus. Und dann kam bei mir ausgerechnet der Impuls, ihr nicht das Gruppenprogramm, sondern mein VIP-Mentoring vorzuschlagen.
Man könnte sagen: perfektes Timing für noch ein bisschen mehr Trigger. 😂
Spannend war aber, was dann passierte. Während ihr Verstand beim Thema Preis durchaus einiges zu sagen hatte, wurde es in Lena gleichzeitig plötzlich ruhig. Etwas in ihr fühlte sich gesehen. Sie entschied sich schliesslich für die Begleitung und sagt heute rückblickend, dass genau diese Entscheidung sehr viel in Bewegung gebracht hat.
Wenn Geld plötzlich viel mehr über dich erzählt als nur eine Zahl
Ein grosses Thema in unserem Mentoring war Geld. Dabei ging es aber nicht einfach darum, mehr zu verdienen oder bestimmte Umsatzziele zu erreichen. Viel spannender waren die Fragen, die darunter lagen: Wie fühlt es sich für dich an, Geld für dich selbst auszugeben? Kannst du in dich investieren, ohne danach drei Tage ein schlechtes Gewissen zu haben? Und wie leicht fällt es dir eigentlich, für deine eigene Arbeit Geld anzunehmen?
Lena erzählte mir, dass sie auch vor unserem Mentoring schon in sich investiert hatte. Der Unterschied war nur, dass sich das innerlich nicht wirklich entspannt angefühlt hatte. Genau dort durfte sich in den vergangenen Monaten unglaublich viel verändern. Ihr Nervensystem wurde ruhiger, sie konnte anders auf Geld schauen und begann gleichzeitig auch, ihre eigene Arbeit neu zu bewerten.
Denn Geldthemen zeigen sich ja nicht nur dann, wenn wir etwas kaufen möchten. Sie tauchen genauso auf, wenn wir selbst einen Preis nennen sollen. Plötzlich kommen Fragen wie: Darf ich wirklich so viel verlangen? Ist meine Arbeit das wert? Was denken die anderen darüber? Oder müsste ich als spiritueller Mensch nicht eigentlich möglichst günstig oder am besten gleich kostenlos arbeiten?
Gerade diesen letzten Punkt sehe ich immer wieder. Da existiert teilweise noch ein Bild davon, dass Spiritualität automatisch bedeuten müsste, möglichst wenig zu verlangen, immer zu geben und bloss nicht zu viel für sich selbst zu wollen. Dabei darf deine Arbeit wertvoll sein und gleichzeitig gut bezahlt werden. Das eine schliesst das andere überhaupt nicht aus.
Bei Lena hat sich genau dort einiges verändert. Sie begann ihre Preise anzupassen, traute sich mehr zu und setzte Ideen um, die vorher schon lange in ihr geschlummert hatten.
Wenn aus „Ich sollte“ wieder „Ich möchte“ wird
Etwas, das im Gespräch mit Lena sehr deutlich wurde, war ihre frühere innere Strenge. Dieses ständige Gefühl, etwas leisten zu müssen, um irgendwann dort anzukommen, wo sie hinmöchte. Vielleicht kennst du diese Sätze ebenfalls: „Von nichts kommt nichts“, „Ich müsste eigentlich noch mehr machen“, „Ich sollte mich mehr anstrengen“ oder „Erst wenn ich alles erledigt habe, darf ich entspannen.“
Solche Gedanken wirken manchmal fast schon vernünftig. Sie können uns eine Zeit lang sogar antreiben. Das Problem entsteht dann, wenn das ganze Leben irgendwann nur noch aus Antreiben besteht. Dann wird selbst etwas, das wir eigentlich lieben, plötzlich schwer. Aus Inspiration wird Pflicht und aus Freude wird eine weitere Aufgabe auf der To-do-Liste.
Lena hat während unserer gemeinsamen Arbeit immer stärker gemerkt, wie sehr sie sich selbst vieles nicht erlaubt hatte. Genuss, Freude, Leichtigkeit und teilweise sogar Glück waren mit einem unterschwelligen schlechten Gewissen verbunden. Gleichzeitig entdeckte sie immer mehr, wie anders sich ihr Leben und auch ihr Business anfühlen, wenn sie nicht aus Druck heraus handelt, sondern aus echter Freude.
Besonders schön zeigt sich das bei ihren Zeremonien. Diese Arbeit erfüllt sie, weil dort etwas von ihr selbst hineinfliessen darf, etwas Magisches, das schon lange da war. Sie musste dafür nicht erst ein komplett neuer Mensch werden. Sie durfte sich vielmehr erlauben, das, was bereits in ihr war, endlich stärker nach aussen zu tragen.
Und vielleicht ist das auch eine spannende Frage für dich: Wie viele Dinge machst du gerade, weil du glaubst, dass du sie tun solltest – und wie viele machst du, weil du sie wirklich möchtest?
Was bedeutet Erfolg eigentlich für dich?
Im Podcast sind wir irgendwann bei einer Frage gelandet, die auf den ersten Blick simpel klingt und dann doch ziemlich viel auslösen kann: Was ist eigentlich Erfolg?
Sehr schnell denken wir dabei an Umsatz, Kundinnen, Reichweite, Follower oder Wachstum. Alles absolut okay. Natürlich darf finanzieller Erfolg ein Ziel sein. Aber was ist mit Zeit? Was ist mit Freiheit? Was ist damit, an einem wunderschönen Nachmittag spontan sagen zu können: Heute gehe ich in den Wald, anstatt mich an den Laptop zu setzen?
Für mich persönlich gehört genau das genauso zu Erfolg. Zeit für meine Familie, finanzielle Freiheit, reisen zu können und gleichzeitig meinen Alltag so zu gestalten, dass ich nicht permanent gegen mich selbst arbeite.
Auch für Lena spielt Freiheit eine enorme Rolle. Sie liebt es zu reisen, möchte flexibel arbeiten können und merkte immer deutlicher, dass ihre bisherige Anstellung sie trotz vieler schöner Seiten an gewissen Punkten begrenzte. Nicht, weil die Arbeit schlecht war, sondern weil etwas anderes inzwischen stärker geworden war: der Wunsch, ihr eigenes Leben noch freier zu gestalten.
Und so kam irgendwann die Entscheidung, die vor einem Jahr noch ziemlich weit weg gewesen wäre: Lena kündigte ihre Anstellung und entschied sich dafür, vollständig in die Selbstständigkeit zu gehen.
Das Spannende daran ist, dass sie diese Entscheidung heute als erstaunlich entspannt beschreibt. Nicht, weil plötzlich jedes Risiko verschwunden wäre oder weil ihr Verstand ihr schriftlich bestätigt hätte, dass garantiert alles funktionieren wird. Sondern weil ihr Vertrauen in sich selbst grösser geworden ist.
Vertrauen bedeutet nicht, dass du alles wissen musst
Ich glaube, wir verwechseln Vertrauen manchmal damit, dass sich plötzlich alles sicher anfühlen müsste. Dass wir genau wissen müssten, wie der Weg aussieht, wie viel Geld wir verdienen werden, welche Kundinnen kommen oder was in sechs Monaten passiert.
Aber Vertrauen bedeutet für mich etwas anderes. Es bedeutet nicht unbedingt: „Ich weiss, dass alles genau so funktioniert, wie ich es geplant habe.“ Es kann auch bedeuten: „Ich weiss, dass ich mit dem umgehen kann, was kommt.“
Und genau das ist eine Form von Selbstermächtigung.
Lena beschreibt im Podcast, dass Überforderung früher immer wieder ein grosses Thema für sie war. Die Überforderung ist nicht einfach magisch aus ihrem Leben verschwunden. Aber sie hat heute viel mehr Tools, um damit umzugehen. Sie merkt schneller, was passiert, kann früher reagieren und fühlt sich dadurch handlungsfähiger.
Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Persönliche Entwicklung bedeutet nicht, dass irgendwann nie wieder Angst auftaucht, dass du nie wieder zweifelst oder dass alles nur noch leicht ist. Es bedeutet vielmehr, dass du dich selbst immer besser kennst und weisst, was du tun kannst, wenn alte Muster wieder auftauchen.
Vielleicht weisst du deine Antwort längst
Am Ende unseres Gesprächs sagte Lena einen Satz, der eigentlich die ganze Folge wunderbar zusammenfasst: Wir dürfen den Verstand manchmal etwas leiser drehen und wieder mehr auf unser Herz hören.
Natürlich brauchen wir unseren Verstand. Er darf mitreden, rechnen, planen und uns auf Dinge aufmerksam machen. Aber vielleicht muss er nicht jedes Mal der alleinige Geschäftsführer unseres Lebens sein. 😉
Wenn du also gerade vor einer Entscheidung stehst, dann beobachte einmal ganz bewusst, was in dir passiert. Welche Stimme spricht aus Angst? Welche aus Gewohnheit? Welche aus dem Wunsch nach Sicherheit? Und welche Stimme ist vielleicht leiser, fühlt sich aber gleichzeitig irgendwie weiter, freier oder lebendiger an?
Du musst deswegen morgen nicht deinen Job kündigen, dein Konto leerräumen oder dein ganzes Leben umkrempeln. Manchmal beginnt Veränderung viel kleiner. Mit einer Nachricht. Mit einem Gespräch. Mit einer Idee, die du endlich ernst nimmst. Mit einem Preis, den du dich zum ersten Mal traust zu nennen. Oder einfach mit der Entscheidung, dir selbst nicht mehr ständig im Weg zu stehen.
Vielleicht weiss dein Herz nämlich schon längst, wohin es möchte.
Dein Verstand braucht einfach noch ein bisschen länger, um hinterherzukommen. 🦋





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